Ich wurde heute recht effektiv von einer Panikattacke geweckt. Also um genau zu sein, kroch sie erst, nachdem ich die Augen aufgeschlagen hatte, langsam hoch und breitete sich dann mit einer beachtlichen Dosis Adrenalin aus.
Mich hat das sehr verwundert, da Panikattacke und ich uns vor Jahren, nach einer sehr kräftezehrenden On – Off – Beziehung, eigentlich im Guten getrennt hatten, sie hatte aufgehört mit Stalking und dem Auftauchen in den unpassendsten Momenten und ich hatte gesagt, komm, Schlussstrich und gut is.

Vielleicht dachte Sie, jetzt wo Corona so wütet, kann man doch auch mal wieder vorbeischauen, wie es so geht, was ich so mache.
Doch wenn Expartner vorbeikommen, ist das meist nie so eine gute Idee, sodass ich vor Aufregung fast hyperventilierte und in meinem chaotischen Hirn nach irgendeinem sinnvollen Gedanken suchte.
Wasser, kaltes Wasser. Das mag Panikattacke gar nicht. Ich nippte an meiner Flasche neben dem Bett, die ich gestern Abend noch frisch aufgefüllt dort platziert hatte.

Das blöde ist, wenn Panikattacke auftaucht, denkt man immer, man wird bekloppt. Halt wie so ein kranker Partner, der einem immer einredet, man sei nicht ganz beisammen, bilde sich alles nur ein und sei nicht ganz richtig im Oberstübchen.

Also dachte auch ich, heute Morgen um fünf Uhr, ich verliere den Verstand und robbte mich auf den Flur zur Haustür (damit ich die schnell öffnen könnte, falls nötig) und suchte im Handy die Nummer des Mannes. Ich war so neben mir, daß ich drei Versuche brauchte, um das gehändelt zu bekommen.
Dann saß ich da auf dem Boden und hoffte, es sei wirklich nur die Panickattacke und kein ganzheitliches Organversagen, es wäre mir sehr unangenehm in diesem Zustand bei meinen Nachbarn zu klingeln.

Und siehe da, ich beruhigte mich langsam, so sehr, daß ich es zitternd ins Bett schaffte und nochmal tüchtig aus der Wasserflasche trank. Nun war ich todmüde und völlig fertig.

Ich dämmerte noch bis acht im Bett rum und bereitete mir dann meinen dünnen Kaffee zu.
Ich habe übrigens, für alle weiteren Tassen des Tages, einen Ersatz gefunden, quasi einen Methadongetränk. Es heißt Im Nu und ist aus Getreide. Es schmeckt überraschend gut und ich hoffe, daß mein heutiger Zustand nicht daher rührt. ES IST NUR GETREIDE.

Nachdem der gestrige Tag durch Klarheit und Energie gezeichnet war, geht es wohl heute nur ums Überleben. Auf dem Küchentisch steht ein Topf voll Wasser mit desinfizierten Masken, die jetzt gut durchgezogen sind. Aber es wird schon gehen, nachher kommt der jetzige Partner heim und mit dem wird ich die Ex schon in die Flucht schlagen!

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