Mein Leben als Junkie – Frau H.

16. Mai 2020/Uncategorized

Ich habe herausgefunden, daß ich eine amtliche Kaffeesucht habe und ich bin auf Entzug. Wirklich.

Ich habe schon länger vermutet, nein, eigentlich war es mir klar, daß Kaffee meinem überempfindlichen Magen nicht so gut tut. Ob mein Magen durch den Kaffeegenuß so eine Diva ist, tja, es sei mal dahingestellt.

Zumindest hatte ich gestern wieder eine Laib und Leben zerstörende Kopfschmerzattacke mit ätzender Übelkeit, die mich zwang, mich mit Schmerzmitteln zuzuballern und mich zum hunderttausendsten Versprechen mir selbst gegenüber nötigte, daß ich jetzt mal wirklich einen Monat lang keinen Kaffee trinken sollte.
Während die Medikamente das Gehämmere im Hirn etwas dämpften, googelte ich „Kaffeeentzug“.
Hauptentzugserscheinung: Kopfschmerzen. Ok, cool.

Ich schaute sogar ein Youtubevideo über ein Paar, daß zusammen mit einem anderen Paar einen einmonatigen Kaffeeverzicht machte und als sie darüber redeten, wie viel Kaffee sie so trinken, meinten alle 1-2 Tassen pro Tag. Pft. Anfänger.
Also ich trinke jetzt auch keine Unmengen, man kennt ja die Berichte von irgendwelchen Startuppern, die sich quasi von Kaffee ernähren, aber meine drei Tassen habe ich jeden Tag. Und dann vielleicht noch ne Tasse schwarzen Tee, weil abends eben kein Kaffee mehr und schwarzen Tee kann man ja lange ziehen lassen, dann kann man auch schlafen.
Und dank dieses ewigen zu Hause Abhängens in letzter Zeit, wurden es dann manchmal auch 4 Tassen.
Nun ist ja jeder Körper anders, aber ich merke einfach, daß es meinem dann doch nicht so richtig gut tut.
Also Entzug.

Ich konnte einigermaßen schlafen, allerdings dröhnte es nach dem Aufwachen schon wieder über meine Augen in die Stirn rein.
Meine reizende Schreibpartnerin Frau K. schrieb mir gestern noch, daß ich den Kaffee auch ausschleichen könnte, wegen der Entzugserscheinungen. Nachdem der Vorschlaghammer im präfrontalen Cortex immer mehr an Fahrt aufnahm, entschied ich mich dann doch für Frau Ks Variante und brühte mir das seeligmachende dunkelbraune Gebräu auf. Mein neuer Plan: Nur noch die Tasse am morgen (die mir wirklich sehr sehr wichtig ist) und diese jeden Tag etwas dünner.
Ich kenne mich. Ich hoffe, ich bekomme das irgendwie hin.

Ich nahm mir also meine Lieblingstasse mit der Droge mit ins Schalfzimmer, setzte mich nochmal aufs Bett und stieg in die Untiefen von Twitter hinab und schlürfte Schluck für Schluck mein Gebräu. Und siehe da: nach nicht allzu langer Zeit wurde der Vorschlaghammer abgestellt und durch einen Eisenring ersetzt. Und dieser wurde dann nach und nach immer lockerer, bis er auf einem sehr erträglichen Level stehen blieb. Frau K. sagt, daß ist der Beweis der Sucht. Ich glaube auch.

Ich werde hier informieren, wie mein Leben als Junkie so weitergeht. Wir habens ja alle nicht leicht.

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